Gehört. Gelesen. Kopf geschüttelt.

 
 
Wer zeichnet eigentlich für Nachrichtentexte verantwortlich?
Was haben diejenigen gelernt oder studiert? – Worte zusammenzusetzen? Zu denken?
Woran wird gemessen?

Da gehen nun durch verschiedene Nachrichtensendungen die Meldungen: „Die deutsche Eishockeymannschaft hat nur Silber…“ oder „Die Deutschen haben … eine Sensation verpasst…“ und ähnliches.

Es IST eine Sensation, dass sie sich überhaupt ins Finale gespielt haben und es IST somit eine Sensation, dafür mit Silber belohnt worden zu sein.

Ähnlich lautend gab es verschiedene Berichterstattungen zu anderen Nicht-Erstplazierten dieser olympischen Winterspiele.

Ihr lieben Nachrichtensprecher, -Texter, Moderatoren usw., überlegt doch besser was ihr schreibt, bevor ihr schreibt.
 
 

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Von wegen

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Es gibt kein schlechtes Wetter? Nur schlechte Kleidung?
Und jedes Wetter ist gut?

Das kann nur jemand sagen, der nicht tagein tagaus draußen sein muss.

Nein, nicht dass ich nicht gerne draußen wäre.
Ganz im Gegenteil.
Ich mag im Grunde jedes Wetter. Ich muss auch bei jedem Wetter nach draußen. Auch wenn ich gerne die Videos dieser praktischen Gassidrohnen anschaue, mein Hund will nur mit „mein Mensch“ raus.
Wenn man nicht gerade so einen kleinen Wadenzwicker hat, dessen paar Pipitröpfchen verdunsten, noch bevor sie überhaupt den Erdboden berühren konnten und deren Mini-Häufchen im Vorgarten mit bloßem Auge kaum erkennbar sind, dann muss man raus. – Man muss! Jeden Tag. Jeden Tag mehrmals. Manchmal sogar nachts. Wenn der Hund krank ist und nachts muss, muss man nachts raus. Dann sollten einem Wetterempfindlichkeiten fremd sein. Hat man sie, muss man trotzdem raus. Hunde diskutieren nicht, wenn sie müssen.
Mein Hund groß. Wer einen großen Hund hat, weiß was ich meine.

Ich kenne also alles. Ein bisschen Wind, mehr Wind, Sturm, Orkan, herbeigesehntes Lüftchen, kalt, kälter, noch kälter, kalte Füße, Eisbein, heiße Füße, nasse Füße, schmerzende Füße, kalte Hände, schwitzende Hände, (schmutzige… abgeschleckte… klebrige Hände), nasse Haare, zerzauste Haare, hingedatschte Haare. Schöne Haare kenne ich auch.

Um genau zu sein: Ich habe mich auf alle Wetterlagen eingestellt.
Ich habe Kleidung für alle Der-Hund-MUSS-Raus-Gänge, somit für alle Wind- und Wetter-und Temperaturlagen. Ich bin nicht empfindlich und ich liebe die Wetterwechsel hierzulande wie auch die Jahreszeitenwechsel.
Vor allem liebe ich Wind. Je windiger, desto besser. Wind bläst mir den Kopf frei.
Und ich mag Sonne. Auch Wärme. Aber alles in Maßen.
Ich mag Regen. Wenige Tröpfchen, leichten Nieselregen, warme Sommerregen, Platzregen, der große Luftblasen in die Pfützen zaubert, oder Regen, der senkrechte Fäden vom Himmel abspult. Ich mag es, wenn bei Regen plötzlich alles anders riecht.
Ich mag auch Nebel. Und Schnee. Ich mag den Tag. Und die Nacht.

Doch selbst die besten Regenklamotten halten Nässe nicht andauernd ab.
Wenn Regen bei Sturm peitschend von allen Seiten gleichzeitig und dann noch waagerecht von vorne kommt, dir bei Temperaturen im einstelligen Bereich geradewegs ins Gesicht fitzt, das Wasser dir nach einer Weile (Wasser findet immer einen Weg!) in einem feinen Rinnsal am Kragen entlang den Hals hinunterläuft, du genau spürst, wie trockener Stoff das Wasser aufnimmt und feucht und nässer wird, deine Nase zu laufen beginnt, immer mehr, du aber weißt, es ist sinnlos, jetzt nach einem Taschentuch zu wühlen, weil es auf dem Weg von der Jackentasche zur Nase längst von diesen Regenmassen durchnässt wäre, du also Rotz und Regen fluchend weiter hochschniefst, deine Hände schon blaugefärbt und steifgefroren (Handschuhe? trockene Hände? – auf Dauer?) längst die Leine losgelassen haben; wenn du ein Stoßgebet zum Himmel schickst und hoffst, deine Gummistiefel – billig oder teuer, schick oder bequem, bunt oder mausgrau – mögen bitte bitte bitte wenigstens noch heute der siegel-geprüften Wasserdichtheit standhalten, dann ist das Wetter schlecht. Und schlechtes Wetter ist nicht gut.

Mein Hund hat keine Kleidungsprobleme.
Er bleibt nach einer Weile stehen, dreht den Kopf zu mir herum, schaut mich fast schon vorwurfsvoll an, pinkelt, kackt – und dreht um.
Es gibt schlechtes Wetter. Er weiß es.

Wer was anderes sagt… hat keine Ahnung.
 
 

Missachtung

 
 
Menschen sind merkwürdig.

Da will keiner ein Atomkraftwerk in der Nachbarschaft haben, keine Photovoltaikanlagen in der Region, keinen Windpark im Meer, aber selbst am sonnigsten Tag in wirklich sonnendurchfluteten Räumen lassen sie am Tag stundenlang das Licht unnötig brennen.

Da lassen täglich ganze Gruppen von Menschen ihre Hundemeute in Futterwiesen frei laufen und ohne die geringste Regung sie halbmetertiefe Löcher graben, und empören sich dann, wenn nach Beschwerden der Besitzer jetzt noch im letzten freien Terrain Leinenpflicht verordnet wurde.

Da entrüsten sich Männer, etwa 40 Jahre alt, über die scheinbare Verrohung der heutigen Jugendlichen, und bieten einer Seniorin im voll besetzten Bus keinen ihrer Sitzplätze an.

Da schimpft ein Senior über alte Menschen, weil sie tattrig noch Auto fahren. Darauf angesprochen, wieso ER denn noch fahre, die überzeugte Antwort: ER wäre schließlich noch fit und längst nicht so „wie die“.
(Besagter Mann ist 87 und keineswegs so fit wie er meint).

Da konnten wir unsere erwachsenen Kinder davon überzeugen, wie wichtig es ist, zur Wahl zu gehen. Nun stellt sich heraus, ich habe mit meinem Wahlschein ein Kasperletheater gebucht.

Manchmal könnte ich nur schreien.