Worte flitzen übers Papier. Sie beschreiben in bunten, schillernden Farben was ich gesehen habe. Was ich riechen konnte. Hören. Und was fühlen. Ich schließe die Augen und bin mittendrin. Beim ersten Mal. Für alles gibt es ein erstes Mal. Und auch ein letztes. Das erste kann man womöglich noch planen. Das letzte nicht. Meistens jedenfalls nicht. Ich schließe die Augen und bin mittendrin. Es kommt von allein. Mittendrin kann auch sein im Wasser. Natürlich, – im Meer. Früher das andere, heute nur das eine. Ich kann es schmecken. Hören auch. Selbst bei Windstille plätschern die kleinsten Wellen. Sommer, Wärme, Licht. Es fühlt sich gut an. Meer tut gut. Es hat etwas Tröstliches, wenn man es mag. Andernorts sehe ich Dunkles. Vergangenes, trotzdem unvergessen. Unkaputtbare Erinnerungen. Warum eigentlich? Jemand sagte mal: Wir nehmen uns immer mit. Überallhin. Ich schließe die Augen und bin mittendrin. Bilder meiner Kindheit. Wie weit kann ich überhaupt zurückdenken? Können andere noch weiter? Milch holen in der Milchkanne. Weiße Römersandalen, ein Mitbringsel aus Italien. Ob die noch jemand so kennt? Bilder meiner Jugend. Der erste Kuss. Das erste Verlassenwerden. Das erste Verlassen. Liebeskummer halt. Später mein erstes Auto. Ich liebte es. Ich steige ein und fahre los. In Gedanken. Irgendwohin. Zu irgendwelchen Plätzen. Hin zu Menschen, die kamen. Und jenen, die gingen. Leben ist im Grunde nur ein Kommen und Gehen. Dazwischen ein Verweilen. Über kurz oder oder lang und manchmal auch länger. Die Worte sprudeln heraus. Wie ein Springbrunnen an einem heißen Tag sprudeln sie frisch heraus.
Bis zu dieser immer und immer wiederkehrenden Frage auf die ich keine sinnvolle Antwort habe: Warum soll man jemanden damit beschäftigen – belästigen? Sind es doch ganz eigene Worte. Meine Worte. Meine Gedanken. Meine Gefühle. Noch bevor sie das Licht erblicken, sind sie wieder gelöscht.
Wie so oft.

 

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