Nicht überrascht, aber überraschend wird mir bewusst, was man alles schaffen kann, wenn man muss.

Die Alternative wäre gewesen, wegzulaufen. Aber dann? Wer hätte sich dann gekümmert? Kann man vor sich selbst davonlaufen?
Wie tief kann man hineinstapfen, um am Ende doch wieder aus eigener Kraft herauszukriechen, aufzustehen, aufrecht zu gehen?
Es erinnert mich an Moore. Nicht, dass ich jemals in einem lebenden Moor festgesteckt wäre, aber ich stelle es mir so vor. So, wie ich es in gruseligen Filmen schon gesehen hatte, genau so fühlte es sich an. Du tappst da rein, sackst ein Stück nach unten weg, spürst sofort Unwohlsein, fühlst dich bedroht, hilflos, aber erst wenn du versuchst dagegen anzugehen, wieder rauszukommen, dich bewegst, sinkst du noch weiter. Die Masse an diesem schwerem schwarzen Sumpf drückt dir den Körper zusammen, presst dir die Lunge zusammen, drückt dir langsam die Luft ab. Eine innere Panik wird von einer noch größeren äußeren ersetzt. Jede Bewegung zieht dich tiefer, statt stillzuhalten, vielleicht um Hilfe zu bitten, zu rufen, vielleicht ist ja doch jemand da, der dich herausziehen kann, machst du die falschen Bewegungen.
Irgendwann wird klar, es gibt kein Entrinnen. Es gibt nur noch einen Weg und der geht nach unten. Was bleibt ist Akzeptanz. Kein Aufbäumen. Keine Wut. Keine Trauer. Akzeptanz. Annehmen. Nur das bleibt.
Und genau das ist die Rettung.
Wenn die Emotionen in einer Kiste verpackt in die Ecke gestellt wurden, kann man anpacken. Man muss tun, was man tun muss. Scheiss Geschwätz. Aber dennoch stimmt es. Dann gehts. Und sogar noch mehr.
 
Und nach einer Weile ist man darüber verwundert, wie es einen schließlich verändert hat.
 
 

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