Es ist doch so. Ganz tief drinnen, irgendwo da hinten verborgen, versteckt im hintersten Winkel der Magengrube, spürst du dieses Ziehen, weil du genau weißt, WEIL DU WIRKLICH GENAU WEIßT, es ist falsch, so zu handeln.
 
Seinen inneren Schweinehund zu überwinden, war noch nie leicht, keine Frage, und es ist auch wesentlich einfacher, sich einer gekonnt verdrängten Schwäche bequem hinzugeben, statt gerade hinzustehen und den Mut zu haben, nur ein einziges Mal den Mut aufzubringen und zu sagen: „Du hast recht. Tut mir leid. Ich hatte es nicht bemerkt.“

Nein, ich bin keineswegs fehlerfrei, aber meine große Schwäche ist zugleich meine Stärke, darum habe ich dir in diesem Fall etwas voraus: Ich hinterfrage immer zuerst mich und mein Handeln, danach erst das des anderen. Das führt mitunter zu schmerzhaften Erkenntnissen, aber dieses Ziehen in der Magengrube betrügt mich niemals. Darum stelle ich mich ihm jedes Mal wieder neu, auch wenn es mehr als unangenehm ist.
 
Man kann anderen Menschen etwas vormachen, aber niemals sich selbst.
 
 

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