Gestern schnappte ich bei jemandem die Worte auf: „Ich habe eine wohltuende Leere empfunden.“

Unwillkürlich zog ich die Augenbrauen zusammen. Eine wohltuende Leere? Was soll das sein?
Immer wieder spreche ich diesen Satz leise vor mich hin frage ich mich, was dieser Mensch damit gemeint habe könnte.

Geht das denn überhaupt, eine Leere, die ein Wohlgefühl erzeugt?
Für mich fühlt sich Leere nach Mangel an etwas an, schal irgendwie. Unbewusstes Sehnen nach etwas Unbekanntem vielleicht. Leere bezeichnet etwas Unvollständiges.

Im Gegensatz dazu kenne ich ein wohltuendes Nichts.
Dieses wohltuende Nichts ist dort zu finden, wo kein Wunsch, kein Sehnen und schon gar keine Notwendigkeit für ein Füllen vorhanden ist, auch wenn dieses Nichts zuvor einmal ein gefülltes Etwas gewesen sein könnte. Kein Sehnen nach (neuem) Inhalt.
Nur das Nichts.
Wohltuend.
Wenn die Seele ruht.
 
 

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