Da ist er wieder… so ein dummer vor sich hin plätschernder Tag. So ein Tag hat keinen Anfang und auch kein Ende. Ach Quatsch, natürlich hat er das. Aber er fühlt sich nicht so an. Im Gegenteil, er ist nichts und er ist alles. Tick tack… klopft die Uhr in den Raum. Also bewegt sich doch was. Wenigstens die Zeit läuft, obwohl, wenn ich genau in den Tag hinein höre…fühle… ich bin ganz sicher, die Zeit steht still. Nichts. Niemandsland. Oder besser: Niemandszeit.
Alles plätschert vor sich hin. Gehen, stehen, atmen, anhalten, öffnen, schließen, füllen, leeren, nehmen, geben, runter, rauf, rein, raus, wieder gehen, wieder kommen, schreiben, lesen, sehen, hören, riechen, fühlen. Fühlen. Fühlen? Habe ich heute schon gefühlt? Und wenn ja, was? Klar habe ich schon. Heute. Vieles sogar. Ich wurde gefragt, wie es mir geht. Ach nein, eigentlich fragte ich, wie es jemandem geht. Dann kann die Rückfrage. Das ist ein Unterschied. Ich habe nicht gesagt gut oder schlecht, auch nicht, dass das heute ein Plätschertag ist, denn da wusste ich es noch nicht. Und es interessiert sowieso keinen. Plätschertage sind etwas ganz eigenes. Meiner gehört mir und ich kann ihn sowieso niemandem erklären. Er ist so. Nicht gut, nicht schlecht, er ist einfach. Vielleicht ein wenig mit Wehmut beträufelt. Und mit einem Lächeln. Die beiden gehören zusammen wie Bruder und Schwester oder wie Licht und Schatten. An Plätschertagen kann man keine Gedanken zu Ende denken. Da ist gut so.
Ich war beim Fühlen stehengeblieben. Es fühlt sich also nach nichts an. Oder auch nach leer. Ist nichts gleich leer? So ist das mit Plätschertagen. Nichts Halbes und nichts Ganzes. Und am Ende des Tages weiß man nicht mehr als zuvor. Was wollte ich nun nochmal loswerden? Ich weiß es nicht. Oder will es nicht wissen. Oder hab’s verloren.
Vielleicht finde ich es zwischen den Zeilen wieder.
 
 

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