So plätschert das Jahr seinem Ende langsam entgegen. Wobei man eher annehmen würde, es wolle sich mit diesen heftigen Stürmen ein schnelleres Ende erschwindeln, als ihm zugeteilt ist.

Diese Tage zwischen den Jahren sind sonderbar. Scheinbar anders. Das zu Ende gehende Jahr scheint nun gefahrlos, können wir es jetzt ohne Groll betrachten, wo es sich endlich verabschiedet, dem neuen schenken wir alle guten Wünsche, Gedanken und die Hoffnung, Taumelbecher mögen anderen gereicht werden.

Was in diesen Tagen im innerstädtischen Berufsverkehr (wer hat nur dieses Wort erfunden?) durch Urlaubstage ruhiger erscheint, tritt andernorts in Form von Familienausflügen zu knutigen Möbelhäusern, Einkaufszentren bis hin zu massenhaften Umtauschschlachten auf.

Wenn Mutti den Schlafanzug zurückbringt, den sie ihrer ü20-jährigenTochter geschenkt hat und an der eigens für Umtausche eingerichteten Kasse mit den Worten: „Ich hatte MAL WIEDER einen anderen Geschmack, als meine Tochter!“ aufwartet, dann ziehe ich den Schluss: diese Mutti hat in diesem Jahr nix dazu gelernt.

Böse Geister, die im laufenden Jahr heraufbeschworen wurden, versucht man durch krachende Böller und pfeifende Raketen wieder loszuwerden. Wurden die bunten Glitzersterne und zauberhaft leuchtende bengalische Feuer extra dafür erfunden, den Geistern den Weg hinaus zu leuchten?

Wir erinnern uns gerne an die schönen Momente des vergehenden Jahres, erinnern uns vielleicht an die Jahreswenden zuvor mit deren Rückblenden und daran, welche unserer Wünsche erfüllt wurden, welche Hoffnung zerstört wurde und welche Hoffnung noch Hoffnung ist.

Das was uns unerwünscht und unschön traf, wünschen wir ganz weit weg, irgendwohin, bloß nicht ins neue Jahr. Das Gute und Schöne allerdings, das Tröstliche, das versuchen wir mit hinüberzunehmen und festhalten uns bewahren zu können – in allen Jahren.

Und kaum zwei, drei Tage im neuen Jahr, hat uns der alte Trott, der Alltag, meist wieder. Sind also doch diese Tage nichts anderes, als alle Tage.

Tage. Geschaffen von Menschen. Füllen muss sie der Mensch. Wir. Du. Ich.

 

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