So klar wie ein Bergsee

 
 

Jetzt habe ich tatsächlich mehr Antworten als Fragen.
Einfach so.
Damit hatte ich nicht gerechnet. Vor allem, weil sie so klar sind.

Warum müht man sich manchmal so unnötig ab, wenn man sich letztlich doch nur mit der Erde mitdreht, gefragt oder ungefragt.

Es ist alles im Fluß, mit oder ohne Zutun.

Man muss es nur sehen.
 
 

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Kann man Glück überstrapazieren?

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An anderer Stelle kommentierte jemand in einem Blog: „Glück sollte man nicht überstrapazieren.“

Wie sollte das denn gehen?

Glück kann man empfinden, weil etwas gut gelungen ist, man Freude empfindet, man liebt oder geliebt wird.
Glück ist, wenn man dieses Kribbeln im Bauch bekommt oder eine ganz tiefe Freude, Wärme oder Ruhe im Inneren verspürt.
Glück kann man immer nur für den Moment genießen.
Wenn sich viele solcher Momente aneinanderreihen, dann hat man wirklich großes Glück. Umsomehr, wenn man es auch realisieren kann, denn Glück ist vergänglich, wie der Moment auch.

Wie sollte man es aber strapazieren können? – Ich denke, das ist nur eine Floskel.

Man kann Glück nicht überstrapazieren.
Man kann es genießen und wertschätzen, oder missachten.
Der eine empfindet…(hat?)…eben mehr Glück, ein anderer weniger. Es liegt zum einen an jedem selbst, wie er sein Leben gestaltet, wie er denkt, fühlt, wie er IST, und ja, zum anderen mag es auch Bestimmung, Schicksal, Zufall sein, oder wie immer man es nennen mag.

Kann man jeder Situation etwas Positives abringen, dann hat man wahrlich Glück.
Immer.
 
 
Natürlich gibt es diese Momente im Leben, an der sich eine Klatsche an die andere reiht. Folglich überlegt man sich, ob das gehabte Glück damit seinen Tribut einfordert.
Manchmal sieht das wirklich so aus und man genießt die folgenden Glücksmomente nur noch mit eingezogenem Kopf.
Schade eigentlich.
 
 

Ich will

 
 
Weniger Lärm. Weniger Schreihälse. Weniger Lügen. Weniger Geschwätz. Weniger Chaoten. Weniger Straßenverkehr. Weniger sehbehinderte Radfahrer. Weniger Mütter mit Kinderwagen, gleichzeitig smartphonebeschäftigt. Weniger Väter ohne Verantwortung. Weniger Auf-den-Boden-Spucker. Weniger Fratzen. Weniger Musthaves. Weniger Werbung. Weniger Tarife. Weniger Nachmacher. Weniger Neid. Weniger Mehrkosten. Weniger Filialschließungen. Weniger Kassenzettel. Weniger Hotlines. Weniger Rechnungen. Weniger Ja-Sager. Weniger Schummelpackungen. Weniger Umverpackungen. Weniger Wiederholungen. Weniger Programme. Weniger Nichtfortsetzungen. Weniger Kleingedrucktes. Weniger Garantiebedingungen. Weniger Schlupflöcher. Weniger Ausreden. Weniger Ignoranz. Weniger Fouls. Weniger Opfer. Weniger Täter. Weniger Gleichgültigkeit. Weniger Ellenbogen. Weniger Erwartungen. Weniger Gründe für diese Liste.
 
 
-tbc- …
 
 
Herzlichen Dank für die Idee an keepcalmandblogforfun und andere, die auch mehr oder weniger wollen.
 
 
 

Seifenblasenbloggerei -2- trau schau wem

 
 
Vor ein paar Jahren las ich regelmäßig einen Blog, in dem sich scheinbar zwei Seelen gefunden hatten. Zwei junge Frauen, die sich nicht nur einfach liebten, sondern deren Herzen miteinander verschmolzen schienen und ihre Seelen sich derartig eng verbunden fühlten, dass sie an eine gemeinsame Zukunft glaubten. Die beiden bloggten nahezu täglich über ihren Alltag, ihre Vergangenheit, ihre Erlebnisse, ihre Träume und ihre Gefühle. Auch jene, die sie zueinander hegten.

Nun, ich werde manchmal als Schwarzseherin bezeichnet, aber mein Gefühl trügt mich nahezu nie.
Nach ein paar Einträgen schon stolperte ich über das wunderbare traumhafte Leben der einen Frau, die zu den Abkömmlingen letzter weniger Indianer zu gehören schien, die in einem erstklassigen Job – natürlich als Firmeneignerin – um die Welt jettete und sich schon in ihrem jungen Alter aus dem operativen Geschäft zurückziehen wollte (es arbeiteten genug Leute für sie, schrieb sie) – um sich, wenn ich mich recht erinnere, mehr ihren Zwillingen (oder waren es gar Drillinge?) widmen zu können.
Selbstverständlich war alles nur top bei ihr. Top-Beruf, Top-Kinder, Topf-Figur, Top-Finanzen, Top-Haus, Top-Familie, Top-Leben. Alles Top, wenn da nicht diese Grummeln in meinem Bauch gewesen wäre.
Klar hätte es durchaus sein können, dass sich zwei junge Frauen auf wundersame Weise ausgerechnet auf einem der kleinsten Blogplattformen wie zufällig finden… gefunden haben… Wenn da nicht dieses Aber in mir gegrummelt hätte.
Ich las also neugierig immer mal wieder in diesem Blog und schüttelte hin und wieder den Kopf ob des Glücks der beiden verliebten Frauen, die sich gegenseitig anhimmelten und von einer gemeinsamen Zukunft träumten. Ihre Einträge klangen sehr verliebt, sehr gefühlvoll und sie wirkten sehr lebendig.

Eines Tages dann die Katastrophe.
Die andere Frau, eben jene, die sich wirklich verliebt hatte, schrieb nun verzweifelt und war am Boden zerstört. Sie musste erfahren, dass die andere Frau – die Frau, in die sie sich verliebt hatte – eine erfundene Gestalt war:
Gebloggt hatte alles wohl ein Mann. Ohne Indianeropa, ohne Drillinge, wahrscheinlich sogar ohne „mein Haus, mein Pferd, mein Boot“, alles nur eine erfundene phantasievolle Geschichte.

Klar fragte nicht nur ich mich, wie man sich in jemanden verlieben kann, den man noch nie gesehen hat (hatten die beiden nicht geschrieben, sie hätten miteinander telefoniert?). Doch wer bloggt, weiß auch, wie sehr selbst geschriebene Worte durchaus Besitz von einem ergreifen und Gefühle in jedwede Richtung auslösen können.

Trotzdem – wie konnte das passieren?

Der Lügenblog war schnell gelöscht. Schade, denn die Einträge waren wirklich gut geschrieben (ich hatte mich manchmal gewundert, wie ein Mann das SO hinbekommt). Der Blogger war plötzlich wie vom Erdboden verschluckt. War er das wirklich? Ist er das wirklich?
Und die andere Frau? Sie hatte die bittere Erfahrung gemacht, dass Seifenblasen eben platzen. Selbst die buntesten, schillerndsten sind verdammt dazu, irgendwann zu platzen. Diese Bloggerin litt unendlich und zog sich dann zurück, zumindest dort.
Beim Lesen ihrer letzten Einträge taumelte ich zwischen: Wie konnte sie nur so naiv sein, und was hat sich der Schreiber dabei gedacht? Wollte er nur Spaß haben oder hat er gezielt ein Opfer gesucht?
Mich interessiert wirklich: Was hat er sich bei seinen Einträgen gedacht, wenn er jedesmal wieder neu beschrieb, wie sehr er, also sie, die andere vermisst, liebt…, mit ihr zusammensein will? Was hat er während des Tippens GEFÜHLT?
Ich werde es wohl nie erfahren. Aber es zeigte mir einmal mehr: Man kann nicht vorsichtig genug sein und darf vor allem nicht alles für echt halten, was als echt verkauft werden soll.

Zurzeit lese ich eine schottische Geschichte, die mich ebenso aufhorchen lässt. Auch dort bin ich gespannt, was sich am Ende herausstellt.
Ein schottisches Märchen vielleicht.